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Mehr Freiheit, mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit!


Datei:Bundesarchiv Bild 183-1989-1106-405, Plauen, Demonstration vor dem Rathaus.jpgGedanken über den Wendeherbst 1989 in Klingenthal

In den letzte Tagen hab ich überlegt, ob ich auch über den 9.10. ’89 schreiben sollte. Es war ja letztens viel los an diesem Tag. Zwanzig Jahre sind nun seit dem Mauerfall vergangen und vieles hat man bereits vergessen. Überall in der Republik wurde an diesem Tag in Kirchen und auf Kundgebung der Montagsdemos von ’89 gedacht und auch in Klingenthal. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich auf den Gedenkgottesdienst gehen sollte, entschloss mich aber dann doch. Es wird eine gute Gelegenheit für mich sein, einmal wieder in den Erinnerungen von damals zu graben und um zu sehen, wie andere sich an den Wendeherbst erinnerten, dachte ich.

Erinnerungen

Ich war damals genau 10 Jahre alt, zu jung, um die DDR mit vollen Zügen erlebt zu haben und zu alt, um mich nicht zu erinnern. Und die Erinnerungen kamen wieder, Stück für Stück. Als ich auf die klingenthaler Kirche zulief, sah ich bereits von weitem die Kerzen, die vor dem Eingangsportal aufgestellt worden waren. Damals waren es wesentlich mehr und die Straße war voller Menschen. Mein Vater nahm mich damals mit, als nach den ersten Demos keine Gewalt von Staatsseite ausgeübt worden war. Ich war mitten drin in der Demo, zwischen den vielen großen Menschen und ich sah nichts als Beine, bis mich jemand irgendwann einmal auf die Schultern hob. Damals war es bereit sehr kalt und meine Hände und Füße fühlten sich schon nach kurzer Zeit wie Eisklumpen an. So lief der ganze Tross mit Transparent und Lichtern vom Neubaugebiet durch die Stadt, an der SED-Kreisleitung vorbei, wo die Sprechchöre für Freiheit, Demokratie, freie Wahlen, und gegen SED und „Bonzen“ besonders laut waren, bis zur Kirche. Überall standen Menschen und wir hatten irgendwie das Gefühl, dass ein gesellschaftlicher Umbruch im Gange war. Wir drängelten uns an den Leuten vorbei und machten es uns auf der Empore bequem, wo ich das ganze Spektakel fasziniert betrachtete. Es war eine eigenartige Stimmung, und es war fast so, als könnte man die Freiheit förmlich spüren. Später bin ich heimlich aus dem Bett geschlichen, wenn meine Eltern auf Demo waren. Ich hab mir meinen Anorak über den Schlafanzug geworfen und bin raus in die kalte Nacht und runter zur Kirche, wo man mittlerweile außen Lautsprecher angebracht hatte, damit die Leute draußen auch etwas hören konnten, denn drinnen war kein Platz mehr. Es waren tausende da und ich stand bibbernd und frierend aber glücklich mittendrin mit diesem tollen Gefühl, dass sich etwas bewegt im Land.

Was davon übrig blieb

Jetzt, zwanzig Jahre später, stand ich wieder da vor der Kirche und versuchte das Gefühl von damals wieder einmal zu fühlen, doch ich spürte es nicht. Vielleicht, weil rückblickend vieles anders ausging, als ich mir als Zehnjähriger erhofft hatte oder vielleicht einfach auch, weil es schon so lange her war. Zwanzig Jahre – mein Gott ist das lange her. Die DDR wurde lediglich doppelt so alt. So ging ich etwas gedankenverloren in die Kirche, die gut gefüllt war und sicherte mir schnell noch einen freien Platz auf der linken Seite des Kirchenschiffs. Ich hatte an meiner Jacke noch einen roten Button der Europäischen Linken mit dem Aufdruck „Yes, we can change Europe!“. Ich hatte glatt vergessen den Button nach dem Straßenwahlkampf wieder abzumachen. Doch jetzt fand ich, dass er doch ganz gut in diese Situation passt und musste grinsen. Was wird man heute uns in der Kirche erzählen, dachte ich. Wird man nur über damals schimpfen, um dann zu finden, wie toll heute alles ist, oder wird es auch ehrliche, klare und deutliche Stimmen geben, die die momentane gesellschaftliche Entwicklung auch kritisiert? Ich war gespannt, was mich in diesem ökumenischen Gottesdienst erwarten würde.

Nach ein paar Liedern erzählten drei Zeitzeugen ihre Erlebnisse während der Wende und auf den Demos. Darauf folgte eine Diashow von den Demos, den anschließenden Kundgebungen und dem Lichtermeer vor der Kirche. Zum Schluss sah ich ein Bild eines baufälligen Hauses, die ganze Gemeinde kicherte darüber. Wie es der Brauch bei den DDR-Jubiläen war, hing aus dem Fenster des Hauses die DDR-Fahne. Darunter stand auf einem Schild „40 Jahre DDR“ – sehr ironisch. Mir ging durch den Kopf, wieviel Bauruinen, angefangen beim Buschhaus bis zum Schlossmeinel das Stadtbild heute prägen. Auch das heute recht marode aussehende Rathaus, sah auf den Fotos von damals besser aus. Ich dachte mir, so sieht das jetzt bereits nach 20 Jahren BRD im Osten aus. Manches glänzt und blinkt, dass man es kaum für möglich hält, doch vieles ist so marode und kaputt, wie es zu DDR-Zeiten nie war – sehr ironisch, dachte ich.

Pfarrer Meinel, der klingenthaler „Wendepfarrer“ war zu Gast und erzählt nach einleitenden Worten der anderen Pastoren, wie es damals für ihn war. Ich fand an Predigt nichts besonders, da selbst der Bibelvers meiner unbedeutenden Meinung nach dort überhaupt nicht hinein passte. Zum Schluss meinte er noch, dass er alles wieder so machen würde und er wieder auf die Straße gehen würde. In diesem Moment dachte ich nur an die vielen Anti-Hartz4-Demos und fragte mich, ob er auch auf diese Demos gehen würde oder ob er dort war. Ich bezweifelte es jedenfalls, denn in der gesamten Predigt, wurde über die momentanen sozialen Missstände kein Wort verloren. Ich dachte mir, es wird wohl sein wie überall, egal ob Pfarrer oder nicht, wer auf der Sonnenseite der Gesellschaft steht, hat eben keinen Blick und kein Verständnis für die, die immer häufiger unverschuldet ins gesellschaftliche Abseits geraten. Schade eigentlich, denn genau das ist die biblische Berufung für Christen und deren Gemeinden, sich für die Schwachen stark zu machen. Und damit meine ich nicht nur Almosen geben, nein, es geht um gesellschaftliche Veränderung, darum nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern das Problem an der Wurzel zu packen. Doch scheinbar ist das vielen nicht bewusst. Ich fragte mich, warum Pf. Meinel, der damals so gesellschaftskritisch war, mit der Gegenwart scheinbar in einem ganz anderem Maß umging. Warum kann man heute nicht mit genau dieser Vehemenz kritisch sein? Ist jetzt die gesellschaftliche Veränderung abgeschlossen und Freiheit und Demokratie unumstößlich vorhanden? Gerade heute werden diese Werte, wie kaum irgendwelche anderen umgedeutet um wertlos gemacht. Wo bleibt die Kritik? Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, da nun drei Menschen anfingen eine Sprechmotette aufzuführen.

Es ging um den Unterschied zwischen damals und heute, recht platt und tendenziös. Mich hielt es fast nicht auf den Sitzen, ob dieser Art der durchschaubaren Aufführung, ich möchte es fast Beeinflussung nennen. So wurde von einer Person die Aussage gemacht, „Damals gab es keine Bananen“, wonach eine andere antwortete, „Jetzt kann ich im Supermark so viele Bananen kaufen, wie ich will“. Ich musste schmunzeln. Die erste Person wieder, „Damals musste man 20 Jahre auf ein Auto warten“, die zweite Person, „Heute gehe ich in das Autohaus und kann mir mein Auto direkt aussuchen und mitnehmen“. „Wenn man genügend Geld hat“, dachte ich. Dann wieder Person Nr.1, „Damals war Deutschland noch geteilt und man konnte nicht einmal in die Alpen in Urlaub fahren.“, darauf Nr.2, „Jetzt kann ich überall auf der Welt Urlaub machen“. „Wenn man natürlich genügend Geld hat“, fiel es mir wieder ein. Dann kam der Brüller als Nr.1 meinte, „Damals hatten wir ein einheitliches Schulsystem und alle mussten das selbe lernen“. Ich prustete das erste Mal. Danach Nr.2, „Jetzt hat jedes Land sein eigenes Schulsystem und es gibt sogar christliche Schulen.“, darauf kam von mir Pruster Nummer zwei. Ich war mir im ersten Moment nicht ganz sicher, ob das jetzt sarkastisch gemeint war, nahm aber aufgrund der Mimik der Sprecher wahr, dass es wohl doch ernst gemeint war. Ich war fassungslos, wie man das ungerechte, veraltete und wenig fortschrittliche deutsche Schulsystem auch noch so feiern kann. Jeder, der sich ein bisschen damit auseinandergesetzt hat, muss feststellen, dass das Schulsystem der DDR mit zu den besten zählte. Ich war traurig über die Blindheit der Menschen und dass sie scheinbar überhaupt nicht wahrnehmen, was tagtäglich um sie herum passiert. Scheinbar wird mancher im Alter doch nicht weiser, wie hier bewiesen wurde.

Nach einer Rede des ehemaligen Bürgermeisters Herrn Kunzmann und einigen Gebeten hatte der amtierende Pfarrer Klingenthals, Stephan Zeibig, noch ein paar Worte zu sagen. Das war dann das erste Mal, dass ich kritische Töne im Bezug auf das Hier und Jetzt hörte. Er verurteilte den Kapitalismus als auf Gier und Egoismus aufbauende Ideologie. Ich war froh, dass wenigstens einer das angesprochen hatte. Wobei ich wirklich gehofft hatte, dass man die Gedanken Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit generell nicht nur für damals als wichtig gefeiert hätte, sondern für eine Zukunft mit diesen Werten geworben hätten.

Etwas enttäuscht verließ ich nach dem Gottesdienst meinen Platz und ging nach draußen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die andere pauschal abstempeln und somit ihnen die Möglichkeit nehmen, sich zu ändern und so wollte ich das Ganze im Vorfeld nicht negativ beurteilen. Aber es kam eben leider so, dass ich feststellen musste, dass leider bei vielen Menschen, denen es noch etwas besser geht, die ihre Renten sicher haben und alle Schäfchen im trockenen, das Bewusstsein nicht vorhanden ist, dass auch heute unsere Gesellschaft Veränderung dringend nötig hat.

Es ist eben leicht über Stasi von damals zu schimpfen ohne zu beachten, dass im Moment Daten in Größenordnungen von Staat und Privat gesammelt werden, wie es die Stasi in ihrer ganzen Zeit nicht zustande gebracht hat. Es ist eben leicht sich zu beschweren, dass man als Christ damals nicht studieren konnte, wenn man übersieht, dass mit Studiengebühren meist nur noch Kinder reicher und wohlhabender Menschen studieren können, während allen anderen die Möglichkeiten eines sozialen Aufstiegs von Grund auf verbaut wird. Man kann leicht über die DDR wettern, wenn man ausblendet, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinander klafft. Wenn man ausblendet, dass Menschen von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können. Ja, auch ich bin darüber froh, dass die Wende friedlich von Statten ging und wir in einer Demokratie leben, in der es Glaubens- und Gewissensfreiheit gibt. Der Kampf für eine bessere Gesellschaft kann aber noch nicht zuende sein, der hat ’89 erst angefangen. Der Kapitalismus, durch den täglich Millionen Menschen auf der Erde sterben, versklavt und ausgebeutet werden, durch den Natur und Umwelt massiv zerstört wird, darf und kann nicht die allerletzte Antwort auf die Fragen der Gesellschaft sein.

Das Gefühl von Freiheit stellte sich den ganzen Abend nicht mehr ein und so ging ich etwas nachdenklich nachhause.

Diskussionen

6 Antworten zu “Mehr Freiheit, mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit!”

  1. Nee also sorry. Mir gefällt die Datensammelwut dieses Staates ja auch nicht aber der Vergleich mit der Stasi ist jawohl dann doch etwas arg, oder? Ich mein die Daten werden ja nicht dazu missbraucht, das Land in ein einziges Gefängnis zu verwandeln – jedenfalls noch nicht.

    Und das mit den Studiengebühren ist auch reichlich übertrieben. Meine Eltern waren nie reich, trotzdem haben sie es hinbekommen, beiden Kindern ein Studium zu finanzieren – teilweise mit Unterstützung des Staates über Bafög, aber es geht.

    Es ist sicher nicht alles toll in diesem Land. Aber übermäßig schlechtreden muss mans auch nicht und die Verhältnisse gar in die Nähe der DDR zu rücken geht eindeutig zu weit.

    Geschrieben von Jan | 14. Oktober 2009, 22:00
    • Hab ich das? Ich denke dort geht es lediglich um die Quantität der Datensammelwut und darum, dass das nicht nur der Staat sondern auch Private tun. Nicht mehr und auch nicht weniger. Alles andere ist Fantasie.

      Wo rücke ich die Verhältnisse in die Nähe der DDR? Ich sage nicht, dass es jetzt so ist wie in der DDR, denn es ist ja völlig anders. Dass ich hier DDR und BDR miteinander vergleiche, liegt wohl an der Situation des Erinnerns an die Wende. So einfach ist das. Aber gut, du siehst das halt so, da kann ich damit leben.

      Geschrieben von Matthias | 14. Oktober 2009, 22:23
      • Hallo Mathias,

        Dein Artikel gefällt mir äußerst gut und ich wundere mich, dass Du ähnlich wie ich empfindest obgleich Du auf Grund Deines Jahrganges nicht viel von der DDR mitbekommen haben kannst – ich bin Jahrgang 1968.

        Ich muss zugeben, dass ich mich in der DDR sehr wohl gefühlt habe und prinzipiell dort auch glücklich war. Allgemein habe ich getan was von mir erwartet wurde, in der Kirche war ich auch, bin konfirmiert worden, hab mich an “Kirche von unten” und “Schwerter zu Flugscharen” beteiligt, war in Wittenberg in der Kirche als Weizsäcker gesprochen hat, mein Vater war sogar in der CDU und ich war später Lehrling “Facharbeiter für Chemische Produktion”, kein Mitglied der Partei aber natürlich in allen angesagten Organisationen (DSF, DTSB, FDJ, GST, FDGB, …). Wie gesagt damals war ich glücklich. Ich würde sogar soweit gehen, dass unser Jahrgang eine gewisse Narrenfreiheit hatte. Zumindest habe ich nie erlebt, dass man uns mal wirklich ernstlich bestraft hätte. Wir haben auf den Staat gewettert wie die Rohrspatzen – aber ich glaube nicht, dass ihn auch nur einer von uns hätte abschaffen wollen um zurück ins 18. Jahrhundert zu fallen in dem man wieder Monarchen vergöttert wie die britische Queen.

        Reisefreiheit war nie mein Thema – ich hatte nie Lust das Ausland zu sehen. Nach der Wende hab ich es dann doch getan. War man nach der Wende nicht in den Westen oder ins Ausland gefahren, dann haben ein die Leute ja angeschaut als wär mal Mielke persönlich – also bin ich mit einem Kumpel mit. War ganz nett aber wird wohl auch für den Rest reichen – Ostsee ist für mich einfach schön genug.

        Heute hab ich vieles (auch Geld) und bin trotzdem nicht glücklich. Ich denke Du hast Recht in dem Du sagst mit 89 hat die Verbesserung der Gesellschaft erst begonnen. Wir sind prinzipiell so erzogen worden, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht die Welt zu verbesern. Daran habe ich geglaubt und danach lebe ich immer noch. Im westlichen Teil war das offensichtlich anders. Ich lebe in Nürnberg (wegen der Arbeit) und die Leute hier haben zu bestimmten Themen oft Meinungen die ich nie für möglich gehalten hätte. Das sind oft profane Dinge. Diese zeigen aber, dass wir völlig verschieden aufgewachsen sind.

        Zur Zeit der Wende schien für die Leute alles klar zu sein. Man musste uns zum Beispiel gar nicht erst fragen (wie es die Präambel der damaligen Verfassung der BRD eigentlich vorsah) ob wir die Verfassung der BRD möchten oder nicht. Kohl hat uns einfach angeschlossen nach Artiekel 23? (ich weiss die korrekte Nummer nicht mehr genau). Das Staatssystem wurde uns nie richtig erklärt, die gesellschaftlichen Ansichten auch nicht – ist mit der Zeit auch selbsterklärend; die Reichen bekommen den Armen wird genommen.

        Übrigends die Wende lief für mich so ab. Ich war bei der Armee und bekam davon nichts mit. Auf Urlaub hies es da sind ein paar Leute auf der Straße, so wie ich es von den Kreuzmärschen oder der Ökomene kannte. Als ich von der NVA zurück kam, gab es unser Land faktisch nicht mehr. Mag ja sein, dass es für die Anderen alle ok war – für mich war es jedenfalls von einen Tag auf den anderen ein neuer Staat und sowas nenne ich Besetzung oder Annexion. Ich hab dagegen protestiert – aber naja das war gerade nicht so IN damals.

        Heute sehen die Leute scheinbar was uns das Experiment gebracht hat. Mir hat es mein Leben versaut. Denn im besten Fall komme ich am Ende da an wo ich in meiner Jugend aufgehört habe mich wohl zu fühlen. Unsere Eltern sollten eigentlich die Gewinner sein. Sie waren ja die die unbedingt die Einheit wollten – anschließend war diese Generation halt arbeitslos weil zu alt. Jetzt schleimen sie natürlich, denn die Rente wollen sie auch nicht verlieren. Diese Generation bekommt ja noch Rente!

        Alles in allem denke ich die Wende wäre verdammt gut für eine demokratische Erneuerung gewesen aber das mit der Einheit fand ich noch nie gut. Und wenn jetzt wieder einer sagt: “Ja aber die DDR war doch pleite – das wär doch eh nicht mehr lange gegangen”. Dann kann ich nur sagen: “Die DDR hatte zur Wende etwa 172 Millarden Schulden – heute hat das Land über 1500 Millarden Schulden und trotzdem sagt keiner dieser Staat macht es ja nicht mehr lange.”

        Ich glaube zur Wende haben viele einfach gedacht, wir wären über Ländergrenzen hinweg von den Gedanken her ähnlich. Nach 20 Jahren hat sich aber meiner Meinung nach immer mehr gezeigt, dass wir eben doch sehr verschieden sind und es vermutlich auch bleiben werden. Letzteres denke ich, weil man immer nur erwartet, dass wir uns anpassen. Nie ein Gedanke daran es könnte auch richtig gewesen sein was wir tun und wie wir es tun. Wenn unsere neuen Brüder und Schwestern wie wir von einen Tag auf den Anderen nach den Gesetzen eines anderen Landes leben müssten, dann würden auch diese gewiss anders darüber denken. Aber in diesem Staat denken ohnehin nicht mehr so viele wie früher.

        #Hulu

        Geschrieben von Huluvu424242 | 21. Februar 2010, 03:52
  2. Vollkommen deiner Meinung , Matthias . Die Wende ist erst dann vorbei, wenn wir wieder mit Denken anfangen und diesem Rückschritt mit zwei Schritt vorwärts begegnen.
    Ich bin Jahrgang 52, habe mich immer für Politik interessiert und wußte, daß unsere Wirtschaftsweise in der DDR nicht die Allerbeste war und daß sich was ändern muß ! Aber die Ereignisse 1989 haben heute eindeutig bewiesen, daß der Schuß in die falsche Richtung ging .
    Denn nach 1990 mit dem Wegfall der soz.Staaten ist der reaktionäre u.neoliberale Teil des Kapitals kräftig in Fahrt gekommen . Bezahlen werden wir jetzt alle , vor allem die Jugend . Kriegseinsätze , Bankencrash , Sozialabbau ,
    prekäre Arbeitsplätze , Hartz4 u. Rentenkürzung sowie Naziimporte aus den Altländern.
    Die Arbeiter werden Dank des 1% wieder zu Bettlern.
    Ich bin aus der Greizer Ecke und hier hat man auch alles platt gemacht wie jetzt in Plauen . Überall Ruinen .
    Um dies alles wieder einigermaßen in vernünftige Bahnen zu bringen , wird es viele Kämpfe geben müssen, ich meine Klassenkampf . Wie die geführt werden müssen , lehrt uns eigentlich nur die Geschichte.

    Geschrieben von Floh | 16. Februar 2012, 18:17
  3. “Mit dem Wissen wächst der Zweifel”
    (J.W.v.Goethe)
    http://www.NachDenkSeiten.de
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/110614_ndb_privatisierung.pdf

    Geschrieben von Floh | 16. Februar 2012, 18:20

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  1. Pingback: Früher war alles später « matthias bloggt: - 16. Oktober 2009

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